Je wichtiger der Job, desto niedriger der Lohn – dies bestätigt eine Wirtschaftsstudie der Uni St.Gallen. Somit bestätigt sie gleichzeitig einen langjährigen Verdacht. Personen, die weniger verdienen, arbeiten tatsächlich in systemrelevanten Jobs und umgekehrt.

Dies betrifft Arbeitnehmer, auf die die Schweiz momentan nicht verzichten kann. Zum Beispiel Krankenschwestern, Transport- oder Bau-Angestellte. Auch Supermarkt-Personal und viele weitere Pflege-Angestellte müssen zum Teil  bis zu 70-Stunden-Wochen durcharbeiten.

Der Manager einer grossen Schweizer Bank, Herr Jim Panse äussert sich zu diesem Thema.

«Als jemand, der ein sechsstelliges Gehalt für eine Arbeit bezieht, die auch ein ausgebildeter Schimpanse erledigen könnte, applaudiere ich diesen Menschen. Ich bewundere sie wirklich, denn sie sind wichtig. Ohne solche Jobs könnten wir nie so viel Gewinn jährlich einfahren und meine Yacht liesse sich auch nie bezahlen.»


Eine schwierige Zeit

Auf die Frage nach einer Lohnerhöhung für die systemrelevanten Arbeits-Sektoren äussert sich der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes Herr Hans Gäud. Jetzt sei nicht die Zeit, um über eine Erhöhung der Gehälter zu diskutieren.

«In einer so schwierigen Zeit wie dieser über monetäre Fragen zu diskutieren, wäre vulgär und eine Beleidigung für die echte Emotion der Arbeit dieser Menschen. Ein Zeitpunkt, wenn alles vergessen ist, wäre idealer», so der Präsident.

Ausserdem ist er der Ansicht, man könne sich viel produktiver an der Unterstützung beteiligen. Zum Beispiel durch Applaudieren, Support auf Instagram mit Sotries und Bildern oder einfach durch die Aussage ‘Respekt’. Dies helfe den Arbeiten dabei, die Rechnungen Ende Monat zu bezahlen. Davon ist Herr Gäud überzeugt.

«Wir können die Gehälter dieser Menschen nicht erhöhen, ohne ihnen alles wegzunehmen, was sie so bewundernswert macht: ihre Leidenschaft für so wenig Geld zu arbeiten. Wenn ich nur so sein könnte wie sie….aber leider habe ich ein riesiges Haus.»

Der Präsident des Verbandes fügt hinzu: «Unser Sprichwort lautet ‘Ruhe bewahren und mit einem unveränderten Wirtschaftssystem weitermachen’. Das ergibt für mich sicherlich Sinn.»

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