Einst extrem enge Arbeitskollegen haben während der Zeit im Homeoffice erkannt, dass sie keine Freunde mehr sind, da sie nicht mehr bei der Arbeit zusammen sitzen. Sie sind in der Schweiz weit aus nicht der einzige Fall von Pseudo-Freundschaften. Es betrifft viele Menschen, die während des Home-Office erkennen, dass ihre Arbeitskollegen nur «nervige Alltagsbegleiter» waren.

Dominik Elmiger und Silvan Ackermann teilten sich früher einen zweiteiligen Schreibtisch. Im Hauptsitz der Versicherung für die beide arbeiteten, beschrieben sich die beiden regelmäßig als «wie Brüder».  Doch nach mehreren Wochen Homeoffice wurde klar, dass sie immer nur Bekannte waren.

So berichtet Dominik: «Es ist seltsam, aber seit wir nicht mehr zusammen sitzen, scheint Silvan immer weniger notwendig zu sein. Ich habe ihn überhaupt nicht vermisst. Wenn er mich anruft, bin ich irritiert.»

Dass das ständige Beisammensein, gemeinsame Mittagessen sowie das gemeinsame Verbringen von Pausen ein Auslöser für die sogenannten Pseudo-Freundschaften sein kann, ist sogar wissenschaftlich belegt.

«Wir haben uns in den letzten zwei Wochen versprochen, uns am Freitag auf ein virtuelles Bier zu treffen, aber das ist nicht geschehen. Ich würde lieber einfach alleina ein Bier trinken. Ich bin nicht mal mehr sicher, ob ich seine Nummer noch habe, oder ob es mich treffen würde wenn plötzlich nicht mehr da wäre.»

Silvan ist auch von dieser Erkenntnis betroffen. Er äussert sich hierzu: «Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie er aussieht.»

«Alles, was wir wirklich gemeinsam hatten, war ein Schreibtisch, Kollegen, die wir nicht mochten, ein Büro, das wir hassten und Fußball. Und all diese Dinge sind verschwunden.»

Auch das Aufrechterhalten von Affären im Arbeitsbereich sei schwierig. Immer mehr Menschen beschweren sich anonym. Es bestehe keine Alternative für Weiterführungen von Liebesaffären am Arbeitsplatz – eine Unverschämtheit, so die Betroffenen.

«Wenn das mit dem Homeoffice so weitergeht, merkt meine Frau, dass ich nie viel zu tun habe und fragt sich was ich täglich bis 22:00 Uhr mache!», so ein anonymer Homeoffice-Gegner.

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